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27. RED BULL Dolomitenmann
copyright by Sandra Ogertschnig

Letztes Jahr habt ihr von mir einen Dolomitenmann Bericht aus der Sicht der Emotionen bekommen, damit man sich ansatzweise vorstellen kann, wie es bei diesem Bewerb ist, dieses besondere Feeling zu erleben. Heuer werde ich versuchen das ganze fortzuführen, denn heuer haben wir so einiges an Aufregung und Nervenkitzel zu bieten... Werner Grissmann liebt es zu polarisieren, wie jedes Jahr auch heuer wieder nach dem Motto, Härter, Geiler, Steiler, verlangt die Strecke Läufern, Paragleitern, Bikern und Kanuten alles ab. Lienz, Samstag 9.58 Uhr, selber Tatort, selbes Bild wie im Vorjahr. Ein Hauptplatz brechend voll mit Zuschauern, Fans, Betreuern, Presse und was sonst noch so unterwegs ist und Platz hat... Der Sprecher stimmt alle auf den Start ein, Werner Grissmann steht bereit für den Startschuss. Die Athleten, 125 an der Zahl stehen in den Startlöchern, ernste konzentrierte Gesichter. Der Countown beginnt, und mit ihm setzt sie wieder ein, die Gänsehaut, 30 Sekunden bis zum Start, 15 Sekunden, die letzten 10 nehme ich nicht mehr richtig wahr, der Startschuss fällt und 20 Sekunden später sind die Läufer samt Helikopter ausser Sicht.

Hektisches Treiben setzt ein, auch wir sehen zu so schnell wie möglich wegzukommen, und wie im Vorjahr unsere Positionen einzunehmen. Wir sind gerade in die Gondel Richtung Moosalm gestiegen als mein Telefon zum ersten Mal läutet (das war nicht das letzte Mal an diesem Tag). Die erste Hiobsbotschaft erreicht mich. Mario Fingerlos einer unserer beiden Bergläufer musste gesundheitsbedingt aufgeben. Alex Aichmaier unser zweiter Bergläufer quält sich unterdessen gerade den steilen Goggsteig hoch und liegt super in der Zeit. Ein Wechselbad der Gefühle, die eine Mannschaft super dabei, und für die andere alles vorbei. Was geschieht jetzt mit den weiteren Athleten dieser Mannschaft? So eine Situation gab es noch nie in unserem Team. Ich beginne zu Telefonieren... mittlerweile auf der Moosalm angekommen, mit dem Lautsprecher des Kommentators im Hintergrund... Erst die Rennleitung, dann kurze Rücksprache mit Maria und dann das unangenehmste mit den verbleibenden Athleten. Monate der Vorbereitung und des harten Trainings sind vor dem eigenen Start bereits wieder vorbei, was einige Sprachlos macht. Mit einigem Hin und Her haben wir beschlossen, trotz Ausfall des Bergläufers weiter zu machen, dass die verbliebenen Athleten zumindest in die Einzelwertug kommen. Somit muss Zauner Alois der Paragleiter dieses Teams auf den Massenstart der Paragleiter oben auf dem Berg warten. Mittlerweile sind die Bergläufer schon fast anderthalb Stunden unterwegs und die ersten Profis erreichen ihr Ziel, kurze Zeit später auch unser Läufer Alex Aichmaier der bei den Amateuren unter den ersten liegt mit einer Wahnsinnszeit von 1:38:27. Koppi unser Paragleiter dieser Mannschaft wirft sich waghalsig ins Rennen, während auf der Moosalm die Ersten zwischenlanden. Fieberhaft suchen wir den Himmel nach Koppi ab, und suchen unter den Farben der Paragleiter ob er darunter ist. Meindl Reini wartet bereits auf ihn, um ihn das lange harte Laufstück zu begleiten und ein wenig zu pushen.

Endlich kommt er in Sicht, legt eine Perfekte Landung hin, als er uns passiert feuern wir ihn aus Leibeskräften an. Dann beginnt das Telefonieren wieder für mich, erst runter nach Leisach damit sich der MTBer dieser Mannschaft Nistelberger Christian bereit machen kann, dann kommen die Rückmeldungen unseres Betreuers vom Berglauf, die Zeiten bestätigen sich, unsere Mannschaft liegt super im Rennen. Mittlerweile kann man auch über Pentek-Timing die ersten Ergebnisse und Zwischenstände abrufen. Mein Handyakku leistete an diesem Tag übrigens ebenfalls Hochleistung. 20 Telefonate später übergibt Koppatz Manfred im Tal am Sportplatz an den Biker Christian, der wieder ein Mal eine seiner berühmt berüchtigten Verfolgungsjagden den Berg hinauf veranstaltet. Nun tritt bei mir eine innere Zerrissenheit auf, einerseits geht es darum die im Rennen verbleibende Mannschaft weiter optimal zu betreuen aber auch die Athleten aus der zweiten Mannschaft sollten nicht auf der Strecke bleiben, und genauso ihre Infos und Betreuung bekommen. Somit warte ich wie auf Kohlen auf den Anruf von Michael dass Lui endlich mit dem Paragleiter starten darf, und andererseits bereits darauf dass Christian auf der Moosalm mit dem Bike vorbeikommt, und sich die waghalsige Abfahrt über die Holzstiegen runterquält. Passiert dann beides fast zur selben Zeit... Zauner Lui legt eine halsbrecherische Landung hin, und Christian läßt es die Holzstiegen runter ordentlich krachen.

Kurze Verschnaufpause, dann wieder unzählige Telefonate. Mittlerweile ist auch Feyerer Markus unser zweiter Biker im Rennen und wir warten bei den Holzstufen auf ihn, während Christian bereits den brutalen Downhill über die Schipiste in Angriff nimmt. Und dann passiert es wieder, Pleiten und Pech setzen wieder ein... Markus kommt, und er stürzt, kann sich aufrichten und weiterfahren, aber er blutet am Knie und ist angeschlagen. Nun bringe das mal einer Maria bei... Das Geschehen verlagert sich nun wieder zurück Richtung Moosalm Downhill, Christian kommt, mit zwei Verfolgern im Nacken, kann 15 min. später in Leisach an Manfred Stich unseren Kajakfahrer übergeben, knapper geht es gar nicht. Die Ränge 4, 5, und 6 der Amateure übergeben innerhalb weniger Sekunden, und das nach bereits 4 Rennstunden!

Allgemeine Aufbruchstimmung setzt ein, alle wollen ins Ziel, alle wollen unsere Mannschaft dort empfangen, alle hoffen, dass sich einer der begehrten Ränge unter den ersten 5 ausgeht, auch ich. Aber da war doch noch was... richtig unsere zweite Mannschaft, jemand muss die Infos auch für sie weitergeben, also bleibe ich alleine zurück und warte bis mich Klaus anruft und mir sagt dass Markus noch im Rennen ist und bald seinen Downhill in Angriff nimmt. Ich gebe die Info an seinen Kanuten Jürgen Stich weiter, damit auch er sich bereit machen kann. Nun muss ich mich auf Pentek Timing und den Akku meines Handys verlassen um zu wissen wann Mandi ins Ziel kommt, und welchen Platz die Jungs erreichen. Es kommt mir vor wie eine Ewigkeit, aber dann erkenne ich Markus an unserer Teambekleidung, ich schreie aus Leibeskräften und feuere ihn an, auch wenn er mich vermutlich gar nicht hört.

Sobald er an mir vorbei ist, mache ich mich auf den Weg ins Tal und ins Ziel. Ich sitze alleine in einer Gondel und aktualisiere alle 20 sec. die Seite von Pentek Timing um zu wissen ob unsere Mannschaft im Ziel ist. Endlich ein Ergebnis, Freude, Erleichterung und Adrenalin strömen gleichzeitig durch meinen Körper! Rang 5. bei den Amateuren, 16. Rang Gesamt und 3-bestes österreichisches Team. Ein paar Mal muss ich noch telefonieren an diesem Tag, aber dieser Anruf ist der schönste, ich rufe Koppatz Manfred unseren Käpten an, und gratuliere den Jungs zu dieser spitzen Leistung. 25 min. später habe auch ich es in den Zielbereich geschafft, gemeinsam wartet das ganze Team auf Stich Jürgen unseren zweiten Kajakfahrer.

Die besondere Stimmung einer Siegerehrung beim Red Bull Dolomitenmann könnt ihr euch hier ansehen, http://youtu.be/EXKTAktjVeA . Danke an Koppatz Manfred unseren Chef und Käpten, der unseren Verein und solche Erfolge erst möglich macht, und Danke an Feyerer Maria und Heinz für die tollen Fotos und alles andere. Zu guter Letzt, Danke an unsere Sponsoren und natürlich Familien, wie Fans! Nächste Jahr wieder, denn da feiern wir unser 10 jähriges Bestehen!

Team CerroTorre Installationen Reiter:
Rang 5 (Amateure)
   
Berglauf: Aichmaier Alex 1:38:27
Paragleiten: Koppatz Manfred 0:42:10
MTB: Nistelberger Christian 1:46:31
Kajak: Stich Manfred 0:40:04
     
Gesamt: 04:47:14

Team CerroTorre Sport Zauner:
DISQ   

Berglauf: Mario Fingerlos Out
Paragleiten: Zauner Alois 0:49:10
MTB: Feyerer Markus 1:54:20
Kajak: Stich Jürgen 0:41:40

 
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